1, 2 oder 3 – du musst dich entscheiden! – 9 Techniken

Im ersten Beitrag "1, 2 oder 3 - du musst dich entscheiden" haben wir geschrieben, was Wissenschaftler*innen über Entscheidungen herausgefunden haben. Im zweiten Beitrag "1, 2 oder 3 - du musst dich entscheiden - so geht's" haben wir dir Tipps vorgestellt, wie du leichter bessere Entscheidungen triffst. Es gibt keinen Königsweg, aber zahlreiche, verschiedene Methoden, die dir strukturiert helfen, kluge Entscheidungen zu treffen. 9 wichtige Entscheidungstechniken zeigen wir dir hier:

Die Pro-Contra-Liste

Die Pro-Contra-Liste funktioniert und ist einfach: Nimm ein Blatt Papier und mach zwei Spalten. Links schreibst du die Argumente FÜR („pro“) deine Wahlmöglichkeit auf, rechts die DAGEGEN („contra“). Die Anzahl der Punkte kann dir gleich einen ersten Hinweis geben, welche der zwei Alternativen für dich besser wäre. Aber das sollte nicht das einzige Kriterium sein, denn vielleicht ist ja ein Contra-Argument viel schwerwiegender als alle Pro-Argumente gemeinsam. Deshalb macht es Sinn, die Argumente zu gewichten. Der Nachteil der Methode ist, dass die Liste komplexer wird, je mehr Alternativen du hast.

Die Benjamin-Franklin-Liste

Eine hervorragende Methode für eine erste und rasche Orientierung. Hier vergleichst du nur die Pro-Argumente für alle Alternativen. Sie werden benotet, zB wie in der Schule, und danach eine Gesamtnote ermittelt. Aber Achtung: du beachtest keine Nachteile und könntest entscheidende Gegenargumente übersehen.

Die Consider-the-Best-Methode

Diese Methode kannst du gut bei alltäglichen Entscheidungen anwenden. Du konzentrierst dich dabei auf nur ein Kriterium, nämlich das für dich wichtigste (z.B. Preis eines Produktes oder einer Leistung) und lässt alle anderen außer Acht. Diese Vereinfachung macht die Entscheidung viel leichter und schneller, ist aber, wie gesagt, eine Vereinfachung und deshalb für komplexe Entscheidungen nicht geeignet.

Der Entscheidungsbaum

Magst du keine Listen? Dann ist diese Entscheidungstechnik vielleicht genau das Richtige. Du stellst jeweils zwei Möglichkeiten gegenüber und scheidest mittels K.O.-Kriterien deine Optionen Schritt für Schritt aus. Besonders geeignet ist diese Methode, wenn du besonders viele Wahlmöglichkeiten hast. Aber du kannst nicht festlegen, welche der Alternativen besonders gut zu deinen eigenen Erwartungen passt.

Die Scheibchen-Methode

Wichtige Entscheidungen mit vielen komplexen Zusammenhängen können ganz schön überfordern. Damit du dabei nicht den Überblick verlierst, zerlegst du das große Ganze in viele kleinere Etappen (= Scheibchen). Du triffst also nicht eine fundamentale Entscheidung, sondern viele kleine. Auch wenn sich herausstellt, dass eine von diesen kleinen eine Fehlentscheidung war, beeinflusst das nicht das große Ziel.

Die Entscheidungs-Mindmap

Mind-Maps haben wir in unserem vorigen Blogbeitrag über Entscheidungen schon erwähnt. Dies ist eine hervorragende Methode, um deine Entscheidung visuell aufzubereiten. Hier stellst du deine Entscheidung ins Zentrum. Die Alternativen zweigen davon als Äste ab. Jeder Ast hat weitere Verzweigungen mit den jeweiligen Pro- und Contra-Argumenten. Abschließend bewertest du die einzelnen Pfade: je dicker der Ast, desto stärker das Argument.

Der Standpunktwechsel

Manchmal sieht man nicht ganz klar, wenn man mittendrin steckt. Da hilft eine neue Sicht von außen. Andere Menschen, die nicht involviert sind, sehen die Dinge oft viel klarer. Mach dir das zu Nutze und wechsle deine Perspektive. Frag dich einfach „Was würde ich einem Freund raten, der vor dieser Entscheidung steht?“ So hilfst du dir, emotional Abstand zu gewinnen, dich nicht verblenden oder dich selbst betrügen zu lassen

Die Entscheidungsmatrix

Mit dieser Methode stellst du deine Wahlmöglichkeiten und deine Entscheidungskriterien in einer Matrix gegenüber. In die Spalten schreibst du alle Optionen, in die Zeilen kommen die Kriterien. Nun bewertest du die Optionen nach deinen Kriterien mittels Schulnoten oder auf einer Skala von 1 bis 10. Die Option mit den meisten Punkten, gewinnt.

Die Zeitreise-Methode

Zurück in die Zukunft: Genau wie beim Standortwechsel geht auch bei dieser letzten Methode darum, dass du Abstand zu deinem Entscheidungsdilemma bekommst. Diese Art des Perspektivenwechsels wurde von der Journalistin Suzy Welch entwickelt: die sogenannte 10-10-10-Methode. Du schaust mit drei einfachen Fragen in die Zukunft und kannst so die langfristigen Auswirkungen erkennen:

Wie werde ich über meine Entscheidung…
…in 10 Minuten denken?
…in 10 Monaten denken?
…in 10 Jahren denken?

So, und jetzt bist du an der Reihe: probier einfach ein paar von diesen Techniken aus und finde heraus, welche dir am besten gefällt. Es kommt auch auf die Situation an, ob die eine oder eine andere Technik besser funktioniert. Lass uns wissen, wie es dir gegangen ist und ob du noch eine weitere Technik oder einen Tipp hast, wie dir kluge Entscheidungen am leichtesten gelingen.

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