1, 2 oder 3 – du musst dich entscheiden! – so geht’s…

Im ersten Teil haben wir dir die neuesten Erkenntnisse von Wissenschaftler*innen aus der Psychologie vorgestellt. Nun aber werden wir konkret: 9 hilfreiche Brainbracer Tipps zeigen dir, wie du am besten eine gute Entscheidung triffst, worauf achten du musst und wie es dir leichter fällt.

Richtig ist falsch!

Wenn du versuchst, die „richtige“ Entscheidung zu treffen, stellst du dich vor eine unlösbare Aufgabe. Denn es gibt keine richtige, soll heißen allgemeingültige Entscheidung. Jede Situation ist anders und muss auch anders entschieden werden. „Richtig“ kann also nur im Sinne von „für mich richtig“ angesehen werden. So gedacht, erleichterst du dir die Lösung deines Problems und löst dich von deiner Entscheidungsblockade.

Weniger ist mehr!

Wir glauben, dass wir für gute Entscheidung möglichst alle Entscheidungsfaktoren und möglichen Konsequenzen vollständig berücksichtigen müssen. Wir haben das Gefühl, wir müssten erst alle relevanten Informationen und Möglichkeiten überblicken. Aber manchmal sind die Optionen einer Entscheidung fast unbegrenzt. Wichtig: hab deine Ziele und nicht deine Optionen im Blick. Frag dich, was du eigentlich mit deiner Entscheidung erreichen willst. Mit einem definierten Ziel reduzieren sich deine zuvor unbegrenzten Möglichkeiten rasch und effizient.

Viele Entscheidungen fallen uns auch so schwer, weil wir glauben, dass wir nur mit (noch) mehr Informationen eine gute Entscheidung treffen können. Wenn du deine Handlungsalternativen eingegrenzt hast, überlege dir, welche Kriterien genau für deine Entscheidung relevant sind. Suche jene aus, die du in einem angemessenen Zeitraum beschaffen und bewerten kannst.

Bedenke: ein gewisses Maß an Unsicherheit und Risiko bleibt, egal wie lang du grübelst und wie viel Informationen du herankarrst.

Klär deinen Verstand auf!

Wie schon oben beschrieben, treffen wir gute Entscheidungen sowohl mit dem Kopf als auch dem Bauch. Unser Verstand bewertet die Alternativen gewissenhaft anhand von bestimmten Kriterien. Wenn du über einen Jobwechsel nachdenkst, können das beispielsweise dein Einkommen, die Fahrzeit zum Büro, das Image des neuen Unternehmens, das Klima in deiner Abteilung, deine bisherige Karriere oder auch der Wunsch nach Veränderung sein. Schreib dir alle in Frage kommenden Optionen auf. Wenn du deinen Kopf richtig gefüttert hast, befragst du in einem nächsten Schritt dein Bauchgefühl und dein Körperbewusstsein!

Extratipp: Visualisiere deine Möglichkeiten, das macht deine Entscheidungsfindung für dich leichter nachvollziehbar. Mit Mind-Maps oder anderen Techniken kannst du deine Gedanken wunderbar zu Papier (oder Bildschirm) bringen und auf einen Blick Zusammenhänge erkennen. Mehr darüber liest du in unserem nächsten und letzen Teil dieser Blogbeitragsreihe.

Du statt man!

Rücksichtnahme und gegenseitige Wertschätzung sind wichtige Werte im gesellschaftlichen Miteinander. Aber manchmal vergessen wir dabei auf unsere eigenen Bedürfnisse und Werte. Bitte nicht falsch verstehen: es geht nicht darum, so zu leben (und zu entscheiden), als wären wir alleine auf der Welt. Nein, du sollst nur herausfinden, ob du etwas tust (oder entscheidest) weil „man es so tut“ und es andere von dir erwarten, oder ob es dein eigener Wunsch ist. Es ist dein Leben, also entscheidest auch du darüber!

Extratipp: Nutze auch deinen siebten und achten Sinn. Schreib die einzelnen Handlungsalternativen auf jeweils einen Zettel oder eine Karte und breite diese am Boden aus. Stell dich hintereinander darauf und nimm „Kontakt“ auf. Sei achtsam: achte einmal darauf, wie du dich fühlst und was dir dein Körperbewusstsein sagt. Lass dir ausreichend Zeit, um zu spüren und wahrzunehmen. Achte auf aufsteigende Gedanken und Impulse aus deinem Körper. Versuche mehr im Spüren als im Denken zu sein und nimm genau wahr, was dir dein Körper sagen will. Auf welcher der Karten hast du dich am besten gefühlt? Auf welcher Karte hast du dich unwohl gefühlt?

Fly like an eagle!

Die meiste Zeit treffen wir keine schlechten Entscheidungen. Aber manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht. Wir gehen Kompromisse ein, damit wir kurzfristig erfolgreich sind, und kommen so von unserem Weg ab. Wir agieren nicht, sondern reagieren nur. Wenn du langfristig glücklich und erfolgreich sein willst, solltest du für eine unabhängige Entscheidung einfach ein paar Schritte zurücktreten und das gesamte Szenario aus einem übergeordneten Blickwinkel betrachten. Aus der „Adlerperspektive“ schaffst du die notwendige Distanz zu deiner Entscheidung und bekommst neue Erkenntnisse. Du nimmst deine eigenen Bedürfnisse besser wahr, siehst klarer und erkennst, was die Situation momentan wirklich braucht.

Raus aus deiner Komfortzone!

Die meisten Entscheidungen sind mit Risiko und unbekanntem Terrain verbunden. Sie bedeuten Veränderung(en), die uns geradezu aus unserer Komfortzone herauskatapultieren. Wir schätzen aber lieb gewonnene Gewohnheiten mehr. Ausgetrampelte Lebenspfade geben uns ein Gefühl der Sicherheit, weil das Hormon Dopamin uns belohnt, wenn uns etwas vertraut vorkommt. Aber jetzt einmal Hand aufs Herz! Wie viele schwierige Entscheidungen hast du schon getroffen? Und wie viele dieser Entscheidungen hast du bereut? Die meisten Menschen beantworten diese Frage mit „keine“, denn auch wenn im Moment die Entscheidung als vermeintlich schlecht erscheint, geht es dennoch irgendwie weiter und oft eröffnen sich neue, bisher nicht bedachte Möglichkeiten. Was uns noch mehr als eine getroffene Fehlentscheidung belastet, ist das Gefühl, dass wir eine Chance verpasst hätten. Trau dich also aus deiner Komfortzone heraus, anfangs vielleicht nur in kleinen Schritten. Du erweiterst so deinen Horizont und entwickelst dich weiter.

Extratipp: Stelle dir vor, du hättest die Entscheidung getroffen, die wichtigen Schritte bereits umgesetzt und so deine Ziele erreicht. Eine gute Vorstellung, die sich gut anfühlt? Dann tu es!

Time out!

Bist du dir nicht sicher, ob du wirklich die langfristige Perspektive vor den kurzfristigen Erfolg stellst? Machst du dir selbst (zu) viel Druck bei deiner Entscheidung, kannst dich aber dennoch zu keiner durchringen? Dann zwing dich zu einer Pause. „Ich muss mal drüber schlafen.“

Dies ist keine „Aufschieberitis“ aus Angst oder Bequemlichkeit, sondern eine wichtige Methode, um die Gedanken im Gehirn zu sortieren. Dies passiert ganz automatisch im Schlaf: unser Gehirn verarbeitet unsere Eindrücke und Erlebnisse des Tages. Wenn wir schlafen, arbeitet unser Unterbewusstsein nämlich auf Hochtouren. Es bildet Zusammenhänge und trennt Wichtiges von Unwichtigem - und füttert unser Gehirn mit Informationen, die wir im Wachzustand gar nicht bedacht haben. Fühlst du dich am nächsten Morgen immer noch wohl mit deiner Entscheidung, dann ist diese genau die richtige für dich.

Bis zur Deadline und kein Schritt weiter!

Wir wollen fundierte Entscheidungen treffen und wiederholen dafür den Prozess „Optionen abwägen und Gefühle nachspüren“ immer wieder. Doch dies können wir unendlich oft wiederholen und würden wahrscheinlich nie eine Entscheidung treffen. 

Setze dir deshalb eine Deadline, bis wann du deine Entscheidung treffen willst. Andernfalls wird deine Entscheidungsfindung zu einer Never Ending Story. Besonders wenn du sehr hohe Ansprüche an dich und deine Arbeit stellst, zwingt dich eine Deadline, zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Schlussstrich unter deine Überlegungen zu setzen, statt immer noch mehr Informationen zu suchen, damit du eine „noch bessere“ Entscheidung treffen kannst.

Und du kannst einen Endspurt hinlegen. Laut Hannah Schade, Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität (TU) Dortmund seien Menschen ohne Deadline weniger produktiv: "Wenn man weiß, dass die Arbeit mit der Abgabe zum Zeitpunkt X vorbei ist, kann man seine Produktivität oft noch steigern.“

In der Ruhe liegt die Kraft!

Wenn du eine wichtige Entscheidung treffen musst, solltest du nicht nur alle relevanten (!) Informationen kennen, sondern auch alle äußeren Einflüsse und Störfaktoren vermeiden. Denn diese behindern rationale Entscheidungen. Wenn du unter Stress oder hohem Druck stehst, sprechen nur Vermutungen, Meinungen oder Ängste in dir und dein Kopf schaltet vollständig ab. Schaff dir deshalb einen entspannten Rahmen. Achte bewusst auf deine Atmung und atme zehnmal tief ein und aus. So kommst du zur Ruhe und bekommst einen klaren Kopf.

Extratipp: Hör dir ein Braintonic zum Fokussieren an. Das entspannt und bringt dir Kraft, deinen Fokus und damit deine Entscheidung zu finden.

Fazit: Eine Entscheidung treffen heißt vereinfachen, denken und fühlen

Für eine gute Entscheidung reduzierst du zuerst die Komplexität deiner Möglichkeiten und schätzt diese mit Hilfe deines Verstandes rational ein. Behalte dafür deine Ziele im Auge und sei dir bewusst, was dir bei der Entscheidung wichtig ist. Achte auf deine Gefühle und dein Körperbewusstsein und trau dich auch, eine Entscheidung zu treffen, die dir vielleicht erstmal Angst macht. Und wenn es Zeit ist:

Triff die Entscheidung, steh zu ihr und handle!

Beim nächsten Mal zeigen wir dir ein paar hilfreiche Techniken, die dir das Abwägen von Alternativen und Treffen von Entscheidungen viel leichter machen. Sei gespannt!

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